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Was ist eine Prothese?
Die Gelenkprothese (allgemein)

Der chirurgische Eingriff für den Ersatz des Gelenkes mit einer Prothese wird Arthroplastik genannt.

Bei einer Prothese spricht man von einer Totalprothese, wenn sie sämtliche Bestandteile des Gelenks ersetzt. Man unterscheidet insbesondere zwischen einer Total- und einer Teilprothese. Eine Prothese setzt sich aus mehreren mechanischen Bestandteilen zusammen. 

  • Beim Knie: im Hinblick auf die Pathologie des Patienten verwendet der Chirurg entweder eine Knie-Totalprothese (TKR) oder eine Knie-Teilprothese (Schlittenprothese).
  • Bei der Hüfte: im Hinblick auf die Pathologie des Patienten verwendet der Chirurg entweder eine Hüft-Totalprothese (THR) oder eine Hüft-Duokopfprothese (Teilersatz des Hüftgelenks).

 Die Prothese ist ein künstliches Gelenk aus synthetischen mechanischen Bestandteilen (Protheseimplantaten) mit derselben Form wie das eigentliche Gelenk. Sie hat, soweit möglich, dieselbe Funktionalität wie das natürliche Gelenk (Gelenkigkeit, Stabilität, usw.).

Diese Option wurde Ihnen vorgeschlagen, weil Ihr Gelenk zu sehr abgenutzt ist. Derzeit stehen keine Mittel zur Verfügung, um ein beschädigtes Gelenk zu „reparieren“. Wenn die Schmerzen trotz medizinischer Behandlung (Medikamente, Infiltration, Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit) zu lästig werden, bleibt als einzige Lösung der Ersatz mit einer Prothese. Ursächlich für den Eingriff und die Festlegung des Zeitpunktes sind somit die Schmerzen und die Bewegungsbeeinträchtigung.

Für den Prothesenkorpus kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz:

  • Bei den Metallen handelt es sich um Legierungen. Hier unterscheidet man zwischen rostfreiem Stahl (Edelstahl und Chrom-Kobalt), Legierungen auf Titanbasis und neuen Legierungen wie z. B. Nickel-Titan.
  • Keramiken sind solide, nicht-organische und nicht-metallische Elemente. Die am häufigsten in der Orthopädie eingesetzten Keramiken sind Aluminiumoxid und Zirkon. Die Herstellung der Keramikstoffe geht mit einer komplexen Technologie einher. Bioaktive Keramikstoffe wie z. B. Hydroxytpatit (natürlicher Bestandteil des Knochens) kommen ebenfalls zum Einsatz.
  • Polymere sind Materialien mit der allgemeinen Eigenschaft der Polymerisation eines Grundelements wie zum Beispiel Ethylen. Das Polyethylen (ein thermoplastisches Makromolekül) ist Bestandteil der Gelenkpfanne (bei der Hüftprothese) und der Schienbeinplatte (bei der Knieprothese).

Eine Prothese setzt sich aus verschiedenen Materialien zusammen, die über Reibekräfte (Gleitpaarung) miteinander verbunden sind:

  • Die Metalllegierungen sind über Polyethylene miteinander verbunden, der Metall-Polyethylen-Gleitpaarung.
  • Die Metalllegierungen können sich auch an andere Metalllegierungen binden und bilden dann eine Metall-Metall-Gleitpaarung.
  • Die Keramikteile können sich mit dem Polyethylen über eine Keramik-Polyethylen-Gleitpaarung verbinden.
  • Ein Keramikteil bildet zusammen mit einem anderen Keramikteil eine Keramik-Keramik-Gleitpaarung.