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Patientenbereich
Komplikationen

Frühe Komplikationen:

Jede Operation ist mit Risiken verbunden und bestehende Erkrankungen können ein solches Risiko noch erhöhen. Folgende Komplikationen gehen im Wesentlichen mit der Prothesenchirurgie einher (diese Liste ist dabei nicht abschließend):

Blutergüsse

Ein Bluterguss im Gelenk (Hämarthrose) oder eine Hämatombildung. Ein solcher Bluterguss kann vom OP-Team durch eine „Vereisung“ reduziert und somit entlastet werden. Bei einem übermäßigen Hämatom ist eine Punktierung angezeigt, d. h. dieser Eingriff wird durchgeführt, damit die Flüssigkeit abfließen kann.

Auf dieses Risiko wird während dem Eingriff in Form einer sorgfältigen vaskulären Koagulation eingegangen und in einigen Fällen wendet man bei der Schließung der Operationswunde auch eine Drainage (um das Blut abzusaugen und abzuführen) und einen Kompressionsverband an. Bei der Hüfte ist eine solche Komplikation selten und beim Knie auch eher eine Ausnahme.

Ein blauer Fleck (die Blaufärbung der Haut) ist dagegen eher üblich.

Infektionsrisiko

Hierbei handelt es sich eher um eine Ausnahme, jedoch gleichzeitig um eine schwere Komplikation, die meist einen erneuten Eingriff (um das operierte Gelenk zu reinigen und um ggf. die Prothese auszutauschen) und die verlängerte Einnahme von Antibiotika nach sich zieht. Die Infektion kann plötzlich und kurz nach dem Eingriff auftreten und ist in einem solchen Fall auf die Kontaminierung des Operationsbereiches normalerweise über die Haut zurückzuführen.

Ihr Krankenhaus hat jedoch entsprechende Präventionsmaßnahmen gegen das Infektionsrisiko sowie gleichzeitig auch Hygieneschulungen etabliert.

Eine Infektion kann auch aufgrund eines durch das Blut transportierten Bakteriums erst verzögert auftreten. Es gibt auch Faktoren, die das Auftreten einer Infektion begünstigen: eine immunregulierende Behandlung, durch welche die Verteidigungsreaktionen des Körpers reduziert werden (Chemotherapie, Basismedikamente bei rheumatischen Entzündungen, usw.), eine verlängerte Einnahme von Kortikoiden, Diabetes aber auch Adipositas.

 

Luxation

Das Verrenken der Prothese ist eine Komplikation, die in Folge von unangemessenen Bewegungen (vor allem in den ersten drei Monaten nach dem Eingriff) auftreten kann, wenn die Muskeln um die Prothese herum noch schwach ausgebildet sind. Von dieser Komplikation sind insbesondere Patienten mit einer Hüftprothese betroffen. Um dieser Komplikation vorzubeugen, sollten bestimmte Bewegungen vor allem während der ersten drei Monate nach der Operation vermieden werden. Aus diesem Grunde zeigen die Physiotherapeuten Ihnen bereits während Ihrem Krankenhausaufenthalt entsprechende Vorsichtsmaßnahmen.

Luxation bei einer Totalprothese der Hüfte

 

Venenkomplikationen

Die Phlebitis (Venenentzündung) ist eine Komplikation, die durch Ausbildung einer Venenthrombose (Blutgerinnsel in der Vene) entsteht. Sie wird durch Ruhigstellung begünstigt. Ein Fragment des Blutgerinnsels kann sich in manchen Fällen lösen und wandert dann in Richtung Lunge. In diesem Fall spricht man von einer Lungenembolie. Das Risiko einer Thrombose ist dank der Übungen zur Stimulierung des Rückflusses durch die Venen in die Beine, durch ein frühzeitiges Aufstehen, durch die Antikoagulationsbehandlung (das Blut wird flüssiger) bereits ab dem Vortag des Eingriffes und durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen selten geworden.

Probleme mit der Narbe

Das Auflösen der Narbe oder die Nekrose (Absterben der Haut) ist selten. In diesem Fall kann ein erneuter Eingriff erforderlich sein, um die Narbe erneut zu öffnen und um eine neue Naht zu setzen. In einigen Fällen ist eine Hauttransplantation erforderlich (Rekonstruktion der Haut). Hierbei handelt es sich mehr oder weniger um eine schwere Komplikation im Hinblick auf das Ausmaß und die Körperstelle. Eine schnelle Behandlung ist zur Vermeidung von Infektionen angezeigt.

Knochenfraktur

Kann beim Einsetzen der Prothese auftreten: auch hierbei handelt es sich um eine sehr seltene Komplikation aufgrund einer vorliegenden Knochenbrüchigkeit. Eine solche Komplikation kann das Einsetzen der Prothese etwas erschweren.

Nervenlähmung

Auch hierbei handelt es sich um eine sehr seltene Komplikation der Nerven, die in der Nähe der Prothese sitzen und die durch die Handhabung der Prothese beim Einsetzen geschädigt werden können. Eine solche Lähmung geht normalerweise zurück, das kann jedoch mehrere Monate dauern.

 

SPÄTERE KOMPLIKATIONEN:

Abnutzung

Diese Komplikation ist bei allen implantierten Prothesen unvermeidlich und führt zur Lösung der Prothese (die Teile halten nicht mehr), was zu Schmerzen und zum Verschieben der Prothesenteile führt. Ein neuer Eingriff ist in diesem Fall erforderlich.

Spätere Infektion

Sie tritt entweder über die Blutbahn von einem Infektionsherd ausgehend (Haut, Urin, Bronchien, Galle, Nasennebenhöhle, usw.) oder durch eine unbemerkte Kontaminierung während der Operation auf und kann zunächst mild verlaufen und zu einer septischen Ablösung der Prothese führen.

Periprothetische Verknöcherung

Diese Komplikation ist eine Ausnahme. Hierbei handelt es sich um Knochenwucherungen im Bereich der Prothese, die nach dem Eingriff auftreten können und für eine Blockierung des Gelenks verantwortlich sind. Durch den systematischen Einsatz (außer dieser ist kontraindiziert) von antientzündlichen und nicht steoriden Mitteln über einige Tage nach der Intervention kann ein Auftreten aber vermieden werden. Von dieser Komplikation sind insbesondere Hüftprothesen betroffen.

Steife eines Prothesengelenks

Kann bei bestimmten Prothesen wie für das Knie, den Ellenbogen oder die Schulter auftreten. Die Ursache ist hier das Vorhandensein von Verwachsungen, welche die Mobilität einschränken (das weiche Gewebe wird „verklebt“). Diese Komplikation kann mit einer leichten und frühzeitigen Mobilisierung Ihrer Prothese und der passiven Mobilisierung oder der Mobilisierung mithilfe eines Apparates vermieden werden.

Algoneurodystrophie oder Algodystrophie

Hierbei handelt es sich um „eine Deregulierung des Nervensystems, das für die Blutgefäße verantwortlich ist“, die zu Schmerzen, Schwellungen und zu einer Gelenkblockierung führen kann. Diese Komplikation tritt plötzlich und unvorhersehbar auf. Die Behandlung besteht in diesem Fall aus einer Zusammenstellung von Medikamenten und einer leichten speziellen Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit. Eine solche Komplikation kann sich über mehrere Monate entwickeln.

Chronischer Bluterguss

Hierbei handelt es sich um eine Schwellung des Prothesengelenks, die insbesondere im Falle des Knies eine Punktierung erforderlich macht, um eine Infektion auszuschließen. Lokale spezielle Bewegungen können mit dem Einverständnis des Chirurgen im Rahmen einer Spezialbehandlung besprochen und umgesetzt werden, um so den Erguss auszutrocknen (Radiosynoviorthese).

Venenthrombose

Diese Komplikation kann auch erst spät nach dem Eingriff auftreten. Wenn Sie zum Beispiel Schmerzen in der Wade haben oder häufig außer Atem sind, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.